MAF019 Gurtpflicht statt Navipflicht – Wie falsche Prioritäten Menschenleben gefährden

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MAF018 Auf Tuchfühlung mit der EU: Besuch im Parlament und Europas Hauptstadt

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MAF017 Der ultimative Dosenpfand-Rant

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MAF016 Der Fall Maaßen: Gnadenloser Pragmatismus im Hosenazug

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MAF015 “Free Lunch” mit Gratiswasser

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MAF014 Die EU verschlimmert Dein Fernsehprogramm

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MAF013 Jens Spahn macht Dich zum Organspender (ob Du willst oder nicht)

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MAF012 Das Ende der Zeitumstellung

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hält die halbjährliche Zeitumstellerei für überflüssig und hätte kein Problem damit, wenn das abgeschafft werden würde. Das belegen jedenfalls seit vielen Jahren diverse Umfragen zum Thema. Und das ist auch wenig überraschend, da diese alberne Vorschrift keinerlei Nutzen aber haufenweise negative Effekte mit sich bringt.

Dieses regelmäßige grundlose Uhren verstellen empfinde ich als nichts weiter als eine sehr schräge Bürgerdressur, mit der die Regierung offensichtlich einfach nur sich selbst und uns demonstrieren will, dass sie uns alle zu völlig absurden und sinnlosen Handlungen zu zwingen in der Lage ist.

Als das Thema noch im vergangenen März wieder mal im Bundestag diskutiert wurde, hielt es die Mehrheit der dortigen Abgeordneten folgerichtig die Zeitumstellung für eine total coole Idee und stimmte gegen ihre Abschaffung.

Eine Abschaffung hätte allerdings ohnehin über die EU laufen müssen, weil aus Gründen, die wieder kein Mensch versteht, die Frage, welche Uhrzeit wo gilt, irgendwann mal europäisiert worden ist, was im Endeffekt aber ja nur eine Abschaffung der Zeitumstellung erschwert und ansonsten keine positiven Folgen hat.

Oder: Bisher hatte. Denn ausgerechnet die EU kam kürzlich auf die verwegene Idee, einfach mal die Leute selber zu fragen, was sie von der albernen Umstellerei eigentlich halten. Und so gab es in den letzten Wochen eine EU-weite Online-Umfrage dazu.

An der nahmen tatsächlich viereinhalb Millionen Menschen teil, was ganz schön heftig für ein solches nicht gerade drängendes Thema und eine reine Onlineumfrage ist. Für Umfragen der EU war es auf jeden Fall ein Rekord.

Und das Ergebnis ist eindeutig. 80 Prozent der Teilnehmer wollen demnach die Zeitumstellung abgeschafft sehen!

Von den viereinhalb Millionen waren übrigens drei Millionen Teilnehmer Deutsche. Was auch immer das über Deutschland jetzt aussagt.

Als erklärter Zeitumstellungsgegner finde ich dieses Ergebnis jedenfalls erstmal gut, gar keine Frage.

Verstörend finde ich hingegen, dass eine Mehrheit der Teilnehmer es offenbar darüber hinaus für eine intelligente Idee hält, anstelle der nur halbjährlich falsch eingestellten Zeit nun ganzjährig Sommerzeit einzuführen.

Was zur Hölle?

Es ist ja so, dass die Zeitzonen zumindest vom Konzept her einer gewissen Systematik folgen:

Man hat sinnvollerweise 24 Zeitzonen, weil der Tag rechnerisch 24 Stunden hat. Jede Zeitzone unterscheidet sich also wiederum sinnvollerweise von ihren Nachbarzonen um eine Stunde und der Grundgedanke ist, dass in der Mitte der Zone die Sonne um 12 Uhr maximal im Süden steht. Ein System, das für jeden nachvollziehbar sein sollte, auch wenn davon in der Praxis natürlich oft abgewichen wird, weil man Zeitzonen zum Beispiel dann doch lieber auf die Grenzen des eigenen Landes ausdehnt, um die Sache nicht unnötig kompliziert zu machen.

Die Sommerzeitfreunde halten es jetzt aber also für legitim und wünschenswert, von diesem international genutztem Prinzip komplett abzuweichen und das Ganze dauerhaft um eine Stunde zu verschieben. So dass man praktisch die eine Nachbarzeitzone verbreitert, gegenüber der anderen Nachbarzeitzone allerdings plötzlich sogar zwei Stunden unterschied entstünde. Eine Idee ohne jede Logik, ohne jeden Sinn. Was soll das bloß?

Die Begründungen dafür sind entsprechend wirr und kaum nachvollziehbar. Da behaupten Leute allen Ernstes, dass es Dank der Sommerzeit dann “länger hell wäre. Sowas sagen die und merken gar nicht, wie blöde das klingt. Denn der Sonne ist wirklich komplett egal, wie richtig oder falsch unsere Uhren gehen. Die zieht einfach nur ihr Programm erbarmungslos durch und scheint so lange, wie sie eben scheint.

Wer es “abends länger hell” haben möchte, der muss eigentlich nur seinen Abend und gegebenenfalls den ganzen Tag etwas früher beginnen. Von mir aus kann er sich zusätzlich auch seine Uhr falsch einstellen, wenn ihn das glücklich macht.

Aber zu fordern, dass alle bitte ihren Uhren dauerhaft falsch stellen, wie kommt man bitte darauf?

EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker hat inzwischen erklärt, dass er das sehr eindeutige Ergebnis der Umfrage als Auftrag begreift und es auf die Tagesordnung der Kommission setzen wird.

Man darf gespannt sein, wie viele Jahre es jetzt dauert, bis die Zeitumstellung tatsächlich abgeschafft wird – bevor das Ganze auf die EU-Ebene gehievt wurde, hätte dafür ja zum Beispiel ein einfacher Bundestagsbeschluss genügt. Aber: Immerhin wird dieser Quatsch wohl bald endlich sein verdientes Ende finden und das ist wirklich eine gute Nachricht.

Denn die Zeitumstellung bringt rein gar nichts, nervt Millionen Menschen, verwirrt Tiere, ist einfach von vorne bis hinten sinnlos und ihre Abschaffung wäre ein relativ einfacher Vorgang, der absolut niemandem irgendwas wegnimmt. Wann hat man das in der Politik denn sonst schon mal?

Ärgerlich ist natürlich, dass man sowas überhaupt noch politisch thematisieren muss. Was gibt es darüber denn bitte politisch zu diskutieren?

Auch das ist ein positiver Effekt: Diese elenden Debatten alle halbe Jahr könnten endlich ein für alle Mal enden, wenn die Zeitumstellung abgeschafft würde.

Wenn allerdings die “ewige Sommerzeit” anstelle der Normalzeit eingeführt würde, dann werden wir die gleiche Diskussion wieder jeden Winter führen, weil es plötzlich unnatürlich spät hell wird und überhaupt der Sonnenlauf nun gar nicht mehr zur Uhrzeit passt.

Vom Regen in die Traufe, quasi.

Dabei wird doch eigentlich jede physikalische Einheit versucht, irgendwie aus der Natur abzuleiten. Unser Therometer fängt nicht zufällig bei Null an, sondern weil das der – theoretische – Gefrierpunkt von Wasser ist. So wie 12 Uhr der – theoretische – Höchststand der Sonne ist.

Und und auch wenn es die Sommerzeitfreunde verwundern mag: So wenig unsere Sommer 5 Grad wärmer werden, wenn man die Skala des Thermometers per Gesetz um 5 Grad verschieben würde, so wenig verlängert sich auf magische Weise der Abend, wenn man die Uhrzeit um ne Stunde verstellt.

Für mich sind Leute, die die ewige Sommerzeit sinnvoll finden ähnlich idiotisch unterwegs wie diese 20 Prozent Knalltüten, die allen Ernstes die halbjährliche Zeitumstellung beibehalten wollen, wie sie ist.

MAF011 Kinderverbot im Plenarsaal

Vor einige Wochen wollte die AFD dem Deutschen Bundestag eine Schweigeminute aufzwingen. Sie hatte einfach so getan, als wollte sie einen Antrag zur Geschäftsordnung zu machen, hat dann stattdessen aber einfach nur durch einen ihrer Bundestagsinsassen verkündenlassen, man würde jetzt hier einfach einen Moment schweigen wollen.

Mich persönlich hat das damals tierisch aufgeregt. Weil ich es für einen Missbrauch des Parlamentes gehalten und als das empfunden habe, was es offenbar auch war – und sein sollte: Einen plumpen Versuch, das Parlament – und damit unsere Demokratie – vorzuführen.

Denn die mit der Aktion höchstwahrscheinlich genau so gewünschte Reaktion des Präsidiums kam, wie sie kommen musste: Die erzwungene “Schweigeminute” wurde recht fix unterbrochen.

Warum?

Weil es für derartige Dinge, die mit dem regulären Ablauf des Parlamentes nichts zu tun haben, festgelegte und von allen Fraktionen abgesegnete klare Regeln gibt. Die nennt man landläufig “Geschäftsordnung”. Und die waren hier einfach gebrochen worden. So etwas muss das Präsidium unterbinden, denn dazu ist es da.

Diese Posse ist nun schon eine ganze Weile her. Aber an genau diesen Fall musste ich jetzt sofort denken, als ich gestern von der Grünen-Abgeordneten Madeleine Henfling im Thüringer Landtag hörte, die des Saales verwiesen wurde, weil sie ihr Kleinkind im Säuglingsalter während der Sitzung dabei hatte.

Die Begründung des Präsidiums war hier ganz ähnlich: Das Mitbringen von Kindern sei nicht von der Geschäftsordnung vorgesehen und deswegen nicht zulässig. Auf das Wohl des Kindes wurde in dem Zusammenhang auch noch hingewiesen und auch das ist nun nicht ganz von der Hand zu weisen, denn ein Plenarsaal ist sicherlich nicht der ideale Ort für ein wenige  Wochen altes Baby.

Der Verweis der Abgeordneten ist somit nachvollziehbar und nach den Regeln der Geschäftsordnung völlig richtig. Er ist vor allem aber im Lichte des Einschreitens im Fall des Missbrauchs des Bundestages durch die AFD-Fraktion und ihrer erzwungenen Schweigeminute, auch unbedingt geboten.

Wen diese meine Sichtweise jetzt in Schnappatmung versetzt, den kann ich aber doch wieder ein wenig beruhigen. Denn auch, wenn im Kampf gegen die AFD nichts so wichtig ist, wie konsequente Gleichbehandlung und das Verwenden solider Maßstäbe, hinkt der Vergleich natürlich trotzdem an allen Ecken und Enden.

Denn die Grünen-Abgeordnete in Thüringen wollte nichts weiter als ihre Pflicht erfüllen, hatte nur dummerweise keinen Babysitter am Start. So etwas kommt vor, sogar bei Abgeordneten.

Wenn man böse ist, mag man ihr vielleicht unterstellen, diese Situation provoziert zu haben, um genau dieses Thema einfach mal auf eine Tagesordnung zu zwingen. So ähnlich, wie die AFD eben auch ihr Thema in die Debatte zu bringen versucht hatte.

Vielleicht ist das so. Aber der Unterschied bliebe dennoch, dass das Ziel der Grünen in dem Fall letztendlich auch nur war, die Regeln des Parlamentes zu korrigieren, um seine Arbeit sicherzustellen.

Das Ziel der AFD mit ihrer Schweigeminutenaktion hingegen war, das Ansehen des Parlamentes zu beschädigen und seinen Ablauf zu stören.

Und selbst wenn die AFD damals noch irgendwie versucht hätte, eine Art Recht zu etablieren, dass Fraktionen irgendwelche Schweigeminuten selbständig einberufen könnten, ja lediglich darauf hingewirkt hätte, das Parlament von seiner eigentlichen Aufgabe abzulenken.

Die nämlich nicht darin besteht, irgendwelche symbolischen Gesten auszuführen, sondern – deswegen heißt es so – über hoffentlich relevante Politische Themen zu parlieren, also zu reden.

Natürlich haben Kinder und generell Personen, die nicht Mitglied oder Mitarbeiter eines Parlamentes sind, dort aus dem gleichen Grund erstmal grundsätzlich nichts verloren und natürlich wäre es irgendwie schon die beste Lösung (auch für die Kinder), wenn ein Kind derweil irgendwie anderweitig betreut werden würde.

Aber wenn es halt mal nicht passt, das Kind auch nicht rumnervt oder so, was spricht dann dagegen, die Geschäftsordnung so anzupassen, dass es vielleicht als Ausnahme im Notfall einfach möglich ist, sein Kind mit in den Plenarsaal zu bringen und dort seinen Job zu machen?

Sofern wir uns darin einig sind, dass wir die Existenz eines funktionierenden Parlamentes für sinnvoll halten, wäre eine solche Lösung doch wohl von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse.

Der gesellschaftliche Mehrwert an einer Praxis, die zulassen würde, dass willkürlich Fraktionen oder einzelne Abgeordnete ihrem Land eine offizielle Schweigeminute aufzwingen können, wann immer ihnen danach ist, will sich mir hingegen nach wie vor überhaupt nicht erschließen.

Bundestagspräsidium wie Landtagspräsidium in Thüringen haben also fürs Erste völlig richtig gehandelt. Während aber der Bundestag wenn er will hundert Jahre oder länger völlig reibungslos ohne eine einzige Schweigeminute arbeiten könnte, sollte man das Problem, das Abgeordnete mit Kindern haben, die sie während der Sitzungen nicht mal eben irgendwo lassen können, im Interesse des Parlamentarismus vielleicht dann doch mal ernsthaft angehen.

Und zwar nicht nur in Thüringen.

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Quellen
Geschäftsordnung Thüringer Landtag
Artikel

How to: Podcasts auf dem Handy hören

Natürlich kann man alle Folgen dieses Podcasts direkt hier auf der Seite anhören. Aber eigentlich ist die Idee hinter einem Podcast eine andere.

Nämlich, dass man ihn abonnieren kann und automatisch benachrichtigt wird, wenn es eine neue Folge gibt. Ein Podcast ist also nicht bloß die Aneinanderreihung von Audiodateien, sondern wird erst dadurch zu einem Podcast, dass das Ganze mittels eines sogenannten RSS-Feeds strukturiert bereitgestellt wird. Der sorgt dafür, dass die Dateien nebst grundlegender Informationen (Titel, Spieldauer, Mitwirkende, weiterführende Links etc) auffindbar und mit Hilfe entsprechender Apps auf dem Smartphone abonnierbar sind.

Wobei das natürlich auch über Programme am Desktop-Rechner oder Onlineplattformen geht. Aber eigentlich sind Podcasts für mobile Geräte gedacht und gemacht, damit man sie unterwegs anhören kann.

Während Apple seine iPhones und iPads seit Urzeiten mit seiner eigenen Podcast-App ausstattet, so dass jeder Nutzer eines solchen Gerätes praktisch von Haus aus sofort Podcasts abonnieren kann, muss man auf Android-Geräten erstmal wissen, dass es so etwas wie Podcasts überhaupt gibt und wie man sie sinnvoll nutzt.

Nutzt Du iOS, kannstu Du einfach “Podcasts” nutzt, die App, die Apple direkt mitliefert.

Für Android gibt es hingegen haufenweise Podcast-Apps. Nicht alle taugen etwas, viele gute Kosten außerdem etwas Geld. Ich habe Dir zwei Apps rausgesucht, die ich wärmstens empfehlen kann. Eine kostet einmalig ein paar Euro, die andere ist gratis und Open Source. Ich verwende seit Jahren aus allerlei Gründen die kostenpflichtige App aber die andere eignet sich fürs mobile Podcasthören ganz genau so gut.

Pocket Casts
kostet knapp vier Euro und ist insbesondere zu empfehlen, wenn Du mehrere Geräte nutzt und Dein Podcastkonsum sich über alle Geräte synchronisieren soll.

AntennaPod
ist gratis und Open Source und kann Podcasts abonnieren, runterladen, abspielen, bietet somit wirklich alles, was Du grundlegend brauchst.

Egal, welches mobile Gerät Du nutzt: Starte Deine Podcast-App  und gib einfach in die Suche “Filterbubble” oder “Moin aus der Filterbubble” ein, schon wirst Du diesen Podcast finden. Du kannst nun bestehende Folgen herunterladen oder auf neue warten.

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Tipp: Wenn Du wirklich ganz neu anfängst, Podcasts zu hören, willst Du wahrscheinlich mehr als nur meinen hier abonnieren. In meinem Blog empfehle ich immer wieder einzelne Episoden von Podcasts, die ich so höre. Vielleicht findest Du dort ja ein paar, die Dich interessieren und die Du regelmäßig hören willst. Guck Dir diese Empfehlungen einfach mal durch.